Starker Wind für Kinderrechte

Umgangsrecht

Mädchen und Jungen sind immer von häuslicher Gewalt mitbetroffen.

In der Praxis zeigt sich jedoch ein weiteres Gefährdungspotential: die Regelung des Umgangs.

Trotz Gewaltschutzgesetz und Schutzmaßnahmen, in denen der gewalttätige Mann sanktioniert wurde, gibt es keinen ausreichenden Schutz für die Kinder bzw. die Mutter, wenn es um die Sorgerechts- und Umgangsregelungen geht.

Die gleichen Täter, die z.B. weggewiesen wurden oder Näherungsverbote erhielten, bekommen beim Fortbestand des Rechtes auf Kontakt zu den Kindern erneut die Möglichkeit, Gewalt anzuwenden. Für andere bietet sich die Gelegenheit der erneuten Bedrohung oder Einschüchterung ihrer Expartnerinnen. Leider zeigt die Praxis, dass es in diesen Fällen nicht selten zu schweren Verletzungen oder gar Tötungen kommt – auch in Anwesenheit der Kinder.

In der Presse wird ausführlich über sogenannte „Amokläufe“ in Fällen von „Familienstreitigkeiten“ berichtet.

Die Frauenhäuser machen auf diesen Widerspruch aufmerksam. Die Rechtsprechung beurteilt nach wie vor die mit/erlebte Gewalt in der Regel nicht als ausreichende Beeinträchtigung des Kindeswohls, um den Umgang auszusetzten; frei nach dem Motto: „Besser ein schlagender Vater als gar kein Vater“.

Die baldige Umsetzung der reformierten Familiengerichtsbarkeit (FGG), die nicht nur die Verfahren beschleunigen soll (Verkürzungen der Wartezeiten bis zur Umgangsentscheidung), sondern in der auch auch von betroffenen Frauen verlangt wird, sich einvernehmlich mit dem gewalttätigem Vater zu einigen, verstärkt diesen Widerspruch.

Mädchen und Jungen brauchen ausreichenden Schutz.

Sie müssen als Betroffene von häuslicher Gewalt gesehen werden.

Die gewalttätigen Väter müssen ihre Erziehungsfähigkeit erst wiedererlangen, indem sie sich mit ihren Taten auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen.

Die Betroffenen brauchen eine Pause, um zur Ruhe zu kommen und die eigene Selbstsicherheit wieder finden können.

Bis dahin muß ein Umgang ausgesetzt werden.


Frauenhäuser setzten sich auch in diesem Sinne für mehr Kinderrechte ein. Sie treten mit diesem Thema in die Öffentlichkeit und suchen Diskussion und Aufklärung der Gesellschaft und der verantwortlichen Politik.

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